Über Vossenack

Die drei Ortsteile Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand ergänzen sich durch ihre wirtschaftlich unterschiedlichen Schwerpunkte. Während im landwirtschaftlich geprägten Raffelsbrand vor allem auf Milch- und Pferdewirtschaft gesetzt wird, ist Simonskall mit seinen Hotels, Pensionen und Cafés Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen, aber auch Einheimischen, die dort ihre Feste feiern. Vossenack hingegen ist vom Dienstleistungsbereich, vom Gewerbe und dem Handwerk geprägt. Diese wirtschaftliche Vielfalt kommt den mit Hauptwohnsitz gemeldeten 2.354 Einwohnern aller drei Ortsteile zugute. In unseren Orten arbeiten 233 Selbstständige mit 578 Beschäftigten (davon 20 Auszubildende). Die Beschäftigten teilen sich wie folgt auf: Dienstleistungsbereich (305 Personen; 52,8%), Gewerbe- und Handwerksbetriebe (159; 27,5%), Fremdenverkehr und Gastronomie (69; 11,9%), Landwirtschaft (37; 6,4%) und Industriebetriebe (8; 1,4%). Vossenack hält mit Kindergarten, Grundschule und Gymnasium (und der Sekundarschule im Nachbarort Kleinhau) sowie den vier Lebensmittelläden eine gute Bildungs- und Nahversorgungsinfrastruktur vor. Ein Allgemeinmediziner, ein Zahnarzt sowie zwei Physiotherapiepraxen decken die gesundheitliche Grundversorgung ab. Die zahlreichen Angebote der Vereine und des Klosterkulturkellers finden reichlich Zuspruch bei den Bewohnern von Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand.

Ein weiterer wichtiger Baustein war der Erhalt unseres Freibades. Nur durch den ehrenamtlichen Einsatz von Mitgliedern eines neu gegründeten Fördervereins, der die Federführung übernahm und die anstehenden Aufgaben mit Erfolg erledigte, wurde unser Freibad erhalten. Umfangreiche und überwiegend durch Spenden finanzierte Renovierungsmaßnahmen wurden durchgeführt und bilden die Grundlage für eine weitere Nutzung dieses attraktiven Freizeitangebotes.

Größter Arbeitgeber im Ort mit über 100 Beschäftigten ist das Geschwister-Louis-Haus, unser Seniorenheim. „Lebenswertes Wohnen in familiärer Gemeinschaft“ nehmen dort über 70 Senioren/innen, davon 18 aus Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand, in Anspruch.

Aufgrund der guten Windverhältnisse in Raffelsbrand haben Anwohner schon vor Jahren drei Windräder errichten lassen und damit schon frühzeitig zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Stromgewinnung beigetragen. Der Bau weiterer fünf ebenfalls durch Bürger/innen und Bürgergenossenschaften finanzierten Anlagen steht unmittelbar bevor.

Als Mitglied in der von der EU geförderten Initiative der LEADER-Region Eifel haben wir einen wichtigen Grundstein zum Erhalt und zum Ausbau der örtlichen Nahversorgung gelegt. Darüber hinaus vermarkten zwei Betriebe ihre Produkte im Verbund der Regionalmarke EIFEL. Im Bereich Tourismus arbeiten wir seit Jahren erfolgreich mit unseren Nachbargemeinden Heimbach, Kreuzau und Nideggen im Rureifel-Tourismus e.V. zusammen. Der 2015 oberhalb von Simonskall errichtete Downhill-Park sowie der benachbarte Hochseilgarten/Kletterwald ziehen zahlreiche Mountainbiker und Kletterer aus nah und fern in unsere Heimat. Die touristischen Aktivitäten in Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand haben maßgeblich für eine positive Entwicklung der Übernachtungszahlen in der Gemeinde Hürtgenwald gesorgt. So konnte die Zahl der Übernachtungsgäste bei den Betrieben mit mindestens 10 Betten kontinuierlich von 47.471 im Jahr 2015, 47.969 in 2016 auf 49.253 im Jahr 2017 gesteigert werden. Ein Plus von 1.284 Übernachtungen (2,7%) im letzten Jahr.

Das vorrangige Ziel unserer Dorfgemeinschaft liegt darin, die vielfältigen Angebote und die gute Infrastruktur zu erhalten und damit die Zukunft unserer Heimatdörfer zu sichern.

Vossenack bietet den Bürgerinnen und Bürgern eine Vielzahl von Einrichtungen und Möglichkeiten für jedes Alter. Es gibt mehr als 20 aktive Vereine, Gruppen und Institutionen mit über 3.000 Mitgliedern. Sie verfolgen abwechslungsreiche Zielsetzungen und Aufgaben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters, wodurch sie das dörfliche Gemeinschaftsleben erheblich prägen. Bei den vielfältigen Veranstaltungen ist eine gegenseitige Unterstützung Aller selbstverständlich. Mit den Nachbarorten finden gut organisierte Schul- und Vereinskooperationen statt. Der Kindergarten, die Schulen und Vereine sowie das Seniorenzentrum profitieren von einer engen, sehr freundschaftlichen Zusammenarbeit und nutzen das vorhandene Potential Aller optimal aus. Das Seniorenzentrum bietet einen preiswerten, mobilen Mittagstisch für Senioren in der Gemeinde Hürtgenwald an sowie die Versorgung des Kindergartens. Die medizinische Betreuung der Dorfbevölkerung ist bestens gewährleistet.

Mit dem Jugendwaldheim in Raffelsbrand steht ein ganzjährig belegter, außerschulischer Lernpartner für Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen zur Verfügung. Weiterhin wird der dort gelegene Hochseilgarten durch eine Vielzahl von Erlebnistafeln und visuellen Einrichtungen zum erlebbaren Klassenzimmer. Beim traditionellen Bogenschießen direkt nebenan sowie dem angrenzenden Mountainbike-Park ist hier ein Refugium entstanden, welches in dieser Art deutschlandweit einzigartig ist.

Die in 1999 gegründete Vereins- und Dorfgemeinschaft Vossenack e.V. (VDV) hat einen alten Saal als "Dorfgemeinschaftshaus" (DGH) eigenverantwortlich hergerichtet und ausgebaut. Im Jahr 2013 entstand als Ergebnis der zweiten Dorfkonferenz ein „Offenes Dorfforum“. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, unabhängig von Organisationsstrukturen, verschiedenste Themen und Aufgaben zu übernehmen. Aus diesem Forum entwickelte sich in den letzten Jahren z.B. der Förderverein zur Erhaltung des Freibades und unter aktiver Beteiligung der Jugend der neue Jugendtreff direkt neben dem DGH.

Für die Betreuung und Integration von Bürgern aus anderen Kulturkreisen haben sich Personen zusammen gefunden, die besondere Hilfe und Unterstützung geben. Das „Offene Dorfforum“ erstellt zurzeit eine Informationsbroschüre für alle Neubürger/innen.

Das Kulturangebot reicht vom Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden", den Brauchtums-Festen, und Konzertveranstaltungen, Theater und Musical-Aufführungen bis hin zu Autorenlesungen und Kunstausstellungen. Diese finden z.B. in unseren Schulen, den Kirchen, dem DGH, der Marien-Kapelle und dem Junkerhaus in Simonskall sowie auf der Kleinkunstbühne des Kloster-Kultur-Keller statt.

Die drei Ortsteile Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand haben auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder. Durch die Zerstörung im 2. Weltkrieg hat der Hauptort Vossenack keinen historischen Gebäudebestand. Der Wiederaufbau ist zunächst dem Vorkriegsstil angepasst worden, jedoch sind später individuelle Baustilarten dazugekommen, die dem Ort eine Vielfalt geben. Dennoch führte die materielle und technische Beschränkung dieser Zeit zu einem relativ homogenen Gesamtbild durch Übereinstimmung der Dachneigung und der Proportionen.Heute überwiegt die anderthalbgeschossige Bauweise mit geneigtem Dach, es hat sich eine lebendige Baukultur entwickelt, die man heute als typisch für den Ort bezeichnen kann.

Die bestehende Gestaltungssatzung unterstützt unter Mitwirkung der Bürger den Erhalt dieser Baukultur.

Im Vergleich zum Hauptort blieb Simonskall von den Kampfhandlungen des 2. Weltkrieges weitgehend verschont. Deshalb präsentieren sich die historischen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert heute noch in ihrem ursprünglichen Zustand und stehen überwiegend unter Denkmalschutz.

Bei Raffelsbrand handelt es sich um einen Siedlungsbereich von landwirtschaftlichen Gehöften, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden sind. Die Hofstellen wurden überwiegend im klassischen „Eifeler“ Winkel- und Längs-Bau errichtet.

In den letzten Jahren sind zahlreiche Häuser unter energetischen Gesichtspunkten saniert und umgebaut worden, die schließt auch die Installation von Photovoltaik-Anlagen mit ein. Darunter fallen auch gemeinschaftlich genutzte Gebäude, wie z. B. das Dorfgemeinschaftshaus, die Grundschule sowie Vereinsheime. Die Maßnahmen wurden im Rahmen des Konjunkturpaketes durchgeführt.

Im Rahmen der Dorferneuerung wurden Straßen und öffentliche Plätze sowie Grünflächen und Spielplätze neu gestaltet, hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die Barriere-Freiheit gelegt. Dabei wird die Dorfgemeinschaft mit Informationsveranstaltungen und Ortsbegehungen aktiv in die Planungen der einzelnen Maßnahmen mit einbezogen. Die hierdurch entstandenen Flächen, wie z.B. Straßenbegleitgrün und Spielplätze werden zum Teil durch Anwohner gepflegt.

Vossenack mit Simonskall und Raffelsbrand liegen in der für die Rureifel typischen Landschaft inmitten des deutsch-belgischen „Naturpark Hohes Venn-Eifel“ und in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Eifel. Der Gedanke des Naturschutzes weitet sich zunehmend generations-übergreifend aus. So wird durch praktisches Üben und Erleben bei Kindern bereits der Grundstein für die nächste Generation von Naturkundigen und -bewahren gelegt. Ihnen wird beispielsweise die Möglichkeit gegeben, selber Saft aus heimischen Früchten mit einer Handpresse zu pressen und zu verkosten, an Kräuter-und Waldführungen sowie Naturfreizeiten teilzunehmen, das Basteln von Nistkästen, Wildbienenhotels und eines Hochbeetes (wurde prämiert) zu erlernen.

Im Jugendwaldheim Raffelsbrand wird Kindern aus Ballungszentren ein Zugang zur Natur ermöglicht. Die Älteren (18 Jahre plus) engagieren sich z.B. in Vereinen, Arbeitsgruppen oder ehrenamtlich. Unter anderem wurden folgende Aufgaben realisiert:

  • Anlegen einer Obstbaumallee in Simonskall mit 50 historischen Obstsorten.
  • Die Anlage und Pflege der Obstbaumallee findet ehrenamtlich statt.
  • Die Obstbaumbeschaffung wird durch Spenden finanziert.
  • Suche nach weiteren geeigneten Flächen für die Pflanzung historischer Obstsorten.
  • Ehrenamtlichen Suche und Schnitt alter Obstbäume und Kartierung von Streuobstwiesen.
  • In Kooperation mit der Biologischen Station Anlegen eines Dorfbiotopes (LEADER-Projekt).
  • Staudentauschbörse der Landfrauen (seit vielen Jahren etabliert).

Daneben findet sich an anderen Stellen privates Engagement:

  • Anlegen und pflegen von Bauern- und naturnahen Gärten.
  • Pflanzen, erhalten und pflegen Eifeltypischer Buchenhecken.
  • Erhalt und alternierenden Rückschnitt von Naturhecken als Vogelbrutstätten.
  • Pflanzen, pflegen, ernten von regionalen Obstbäumen (Bezug über Biologische Station des Kreises Düren).
  • Intensive Nutzung der mobilen Saftpressen für selbst angebautes Obst.
  • Teilnahme an Veranstaltungen der Bio-Station Düren oder Kräuterwanderungen.
  • Nutzung der Wiesen als Weideflächen für Rinder, Schafe und Pferde.
  • Aktuell finden sich 4 Imker in den Orten, deren Bienen wichtige Bestäubungsaufgaben wahrnehmen, damit auch regionale Honigsorten herstellen und anbieten.
  • Ein großes Angebot an Reiterhöfen bietet Ausritt in die Natur an.

Übergeordnet finden sich beispielsweise folgende Projekte:

  • 2003 wurde in Raffelsbrand der erste Bodenlehrpfad in NRW durch das Todtenbruch-Moor angelegt.
  • Erhalt und Pflege des aktuellen Zustandes des Todtenbruch-Moores.
  • Renaturierung der Kall und deren Zuflüsse im Rahmen der Projekte Natura 2000 und Life+.
  • Biologische Station sammelt von regional seltenen Pflanzen Saatgut (Aussaat z.B. im Vossenacker Dorfbiotop und Freibad geplant).

Erarbeitet von der Gruppe Dorfwettbewerb im Offenen Dorfforum 24.03.2018