Vossenack „Das Dorf mit Weitblick”
mit Simonskall und Raffelsbrand

Dorf-Biotop am Stockberg

Verehrte Nachbarschaft im Stockberg,

einigen von Ihnen wird es in diesen Sommer genauso gegangen sein, wie mir. Die bisher regelmäßig gemähte Wiesenfläche vor unseren Haustüren am Stockberg verkommt auf einmal zu einem optischen Wildwuchs. Ich stellte mir die Frage „Was ist das denn Neues?“ und rief bei der Gemeinde an.

Dort wurde ich an die Biologische Station des Kreises Düren verwiesen. Ich lernte, dass die Wiesenfläche Stockberg eine von zwei Flächen in der Gemeinde ist, die für ein Dorfbiotop vorgesehen ist. (Die zweite Fläche befindet sich vor dem Rathaus in Kleinhau.)

Die Idee der Dorfbiotope ist ein Baustein aus einem u.a. durch die EU geförderten Leader-Projekt. Wer sich dazu weiter informieren mag, möge bitte auf folgender Internetseite nachlesen:

http://www.biostation-dueren.de/139-0-LEADER-DorfBioTop.html

Der Gedanke des Dorfbiotops ist es, auf einigen Multiplikatoren-Flächen bewusst auf die übliche penible Pflege zu verzichten. Das heißt, dass diese Flächen, nur noch einmal im Jahr gemäht werden und das Mahd-Gut entfernt wird. Das führt dann zu einem Nährstoffmangel, der wiederum zu einer erhöhten Artenvielfalt bei Gräsern, Blühpflanzen, Vögeln usw. führen wird. Darauf, welchen Nutzen eine höhere Artenvielfalt hat, möchte ich an dieser Stelle, zumal ich da selber kein Experte bin, nicht eingehen.

Hier kann ich anbieten, dass ich versuchen werde, für Interessierte im Frühjahr eine entsprechende Infoveranstaltung zu organisieren.

Sicher ist, dass das Dorfbiotop unsere Sinne bereichern wird. Wer jemals z.B. auf einer blühenden Alpenwiese gestanden hat, kann vermutlich nachvollziehen was ich meine. Aber bis dahin ist es noch ein Stück des Weges.

Den Initiatoren des Projekts war es offenbar bewusst, dass sich so ein Weg nicht von alleine geht und dass die öffentlichen Hand oftmals das Geld zur Umsetzung nicht aufbringen kann.

Es ist auch Ziel des Projekts, vorhandene Dorfstrukturen zu erhalten und zu verstärken. Daher ist es vorgesehen, die Bevölkerung/Anwohner mit einzubeziehen.

ALSO UNS!!

Vorgesehen ist, dass wir solche Flächen aktiv mitgestalten und im Ideal selber erhalten. Zudem verbessern sich durch solche Maßnahmen die nachbarschaftlichen Beziehungen.

Dass es erst so spät zum Einbeziehen der Anwohner gekommen ist, wurde auf der letzten Sitzung des Dorfforums gegenüber der Biologischen Station deutlich kritisiert.

Ich hoffe, dass möglichst viele von Ihnen Lust haben aktiv nach vorn zu schauen und mitzugestalten.

Wir können die Nutzung der Fläche in vielen Punkten mitgestalten, hier einige Beispiele:

  • Wo wollen wir die gemähten Wege haben? Diese sollen zum einen Übergänge zur anderen Straßenseite und zum anderen eine Einladung in unser Biotop darstellen. Schauen ist hier ausdrücklich gewünscht.
  • Wollen wir Nistkästen in den Bäumen anbringen?
  • Wollen wir Frühlingsblüher in der Fläche einsetzen? (Hier geht es im Sinne des Projektes um möglichst heimische Arten.)
  • Wollen wir zukünftig noch, dass Fahrzeuge auf der Fläche parken?
  • Wollen wir Bänke aufstellen?
  • Wie soll eine Beschilderung aussehen?
  • Hier sind ausdrücklich Ideen von allen gewünscht.

Bei den Ideen muss man immer auch die Kosten im Auge behalten.

Aktiv werden hieße, dass wir als Nachbarschaft die jährliche Mahd übernehmen und soweit es geht die weiteren Maßnahmen, die von unseren Ideen abhängen, umsetzen.

Dabei stehen wir nicht alleine, sondern erhalten für die fachliche Seite Unterstützung durch die Biologische Station. Von der logistischen Seite erhalten wir von Seiten der Gemeinde Unterstützung durch Gestellung des Mähfahrzeugs und den Abtransport des Mahd-Gutes.

Die regelmäßige Mahd der Seitenränder und der Wege bleibt, nach dem aktuellen Stand, in Gemeindehand.

Ansonsten macht die jährliche Mahd und die Ideenumsetzung durch uns selber Sinn. Denn wer, wenn nicht wir wird wissen, welchen Blick wir zukünftig auf die Fläche haben wollen.

Daher möchte ich alle Interessierten am 11.11.2017 ab 10 Uhr zur gemeinsamen Arbeitsaktion:

„Mahd am Stockberg“

einladen.

Damit wir zum einen Zeit haben, alle Ideen zu diskutieren und zum anderen wieder zu Kräften zu kommen, haben sich Frau Kiszio (Stockberg 19) und meine Frau bereit erklärt, uns nach getaner Arbeit mit Salaten zu versorgen.

Frau Hinz von der Biologischen Station, wird auch zu dem Termin kommen und kann uns sicherlich noch Tipps und Infos geben.

Übrigens hat Vossenack im diesjährigen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ neben der Goldmedaille auf Kreisebene, für die Idee „unsere“ Freifläche in ein Dorfbiotop zu verändern, einen Sonderpreis erhalten.

Ich möchte alle bitten, die aktiv werden wollen, aus organisatorischen Gründen, eine kurze Rückmeldung an mich zu geben.

Auch die, die an diesem Tag verhindert sind, können mir gern Ihre Ideen zur Gestaltung der Fläche mittteilen.

Jürgen Sprengard
Stockberg 17
Tel.: 0 24 29 / 90 99 78
mobil: 0 15 11 / 919 55 33
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Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Sprengard